Weihnachten heute und damals (Teil I)

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Schöne Adventsbäumchen in Jahren ca. 1800-1900

Adventsbäumchen

Foto: Archiv des Autors

Quelle unbekannt.

*Feiern Feste Jahreszeiten", Manfred Becker-Huberti, Freiburg im Breisgau, 1998, S. 108

Adventskranz

 

Die Adventszeit hat eine größere Zahl älterer und ältester Bräuche wachgehalten; aber auch neuere Bräuche haben sich entwickelt und etabliert. Beliebtester Adventsbrauch ist heutzutage das Aufstellen eines Adventskranzes als Zeitmesser mit vier Kerzen für die vier Adventssonntage. Das seit dem 19. Jahrhundert bekannte Aufstellen oder Aufhängen von Adventskränzen, ein Brauch "halbsakralen Charakters", ist - wenigstens im deutschsprachigen Raum - zu einer flächendeckenden "Bildgebärde" der Adventszeit geworden. Hervorgegangen ist der Adventskranz aus evangelischen Adventsandachten, die der Hamburger Pfarrer und spätere Berliner Oberkonsistorialrat Johann Hinrich Wichern (1808-1881) am "Rauhen Haus" in Hamburg-Horn, einer 1833 von ihm gegründeten Anstalt zur Betreuung gefährdeter Jugendlicher, eingeführt hat. Am I. Adventssontag wurde auf einem Tannenkranz eine Kerze entzündet, und dann jeden Tag eine mehr, so daß am Heiligen Abend 24 Kerzen brannten. Mit dieser Symbolik nahm Wichern das Wort vom "Licht, das in der Finsternis leuchtet" (Johannes I,5) auf, das Christus als das "wahre Licht" kennt, das "Fleisch wurde und unter uns wohnte". Der Advent sollte durch die Adventskerzen immer mehr Licht geben und in Christus, dem Licht des Weihnachtsfestes, münden.

 

Die Form des ursprünglichen Adventskranzes mit 24 Kerzen bot allerdings Schwierigkeiten, weil Kränze dieser Größe nicht leicht herzustellen und zu gebrauchen waren. Ihr Vorbild finden wir in den großen kreisrunden Leuchtern romanischer Kirchen (Aachen, Hildesheim). Alternativen, Adventsgestelle oder sogar Adventsbäumchen, wurden von den Menschen nicht angenommen. 

Erst als man auf die Idee kam, statt einer Kerze pro Tag nur eine Kerze pro Adventssonntag, also insgesamt bloß vier zu nehmen, erhielt der Adventskranz die heutige Form und setzte sich - von Norden nach Süden - als Element für Gruppen (Familie, Gemeinde, Schule) durch. 

Nach dem ersten Weltkrieg begann der Adventskranz überkonfessionell zu werden, denn seine Symbolik vertrug sich durchaus mit den liturgischen Vorgaben der katholischen Kirche: das Licht als Bild für Christus, die Tannenzweige als Hinweis auf Christi Geburt. Zur Verbreitung des Adventskranzes beigetragen hat sicher auch die Tatsache, daß Adventskränze und -gestecke in zahlreichen Varianten durch Gärtnereien und Blumengeschäfte angeboten werden.

 

Quelle: *Feiern Feste Jahreszeiten", Manfred Becker-Huberti, Freiburg im Breisgau, 1998, S.  107-108

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Adventskranz mit Lichtern nach Hamburger Pfarrer und spätere Berliner Oberkonsistorialrat Johann Hinrich Wichern (1808-1881) in St. Michaelis Kirche, 25. Dezember 2017